Mittwoch, 18.09.2019 16:23 Uhr

Zufriedenheit mit der EU nimmt deutlich zu

Verantwortlicher Autor: Gerhard Rippert Bamberg, 12.08.2019, 20:39 Uhr
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EU Parlament am Place Luxembourg in Brüssel
EU Parlament am Place Luxembourg in Brüssel  Bild: Gerhard Rippert

Bamberg [ENA] Eine aktuelle Eurobarometer-Umfrage zeigt einen deutlichen Anstieg der Zufriedenheit der Bürgerinnen und Bürger mit der Europäischen Union seit 2014. Diese positive Veränderung seit Amtsantritt der "Juncker-Kommission" reicht von der wirtschaftlichen Lage bis zum Zustand der Demokratie in der EU.

Die aktuelle Umfrage wurde nach den Wahlen zum Europäischen Parlament zwischen dem 7. Juni und dem 1. Juli 2019 in allen 28 EU-Mitgliedstaaten und in fünf Kandidatenländern - nämlich Nordmazedonien, Türkei, Montenegro, Serbien und Albanien - durchgeführt. Zu den wichtigsten Ergebnissen auf EU- und nationaler Ebene zählen eine ganz beachtliche Unterstützung für den Euro und das Thema Klimawandel, gleich hinter dem Problem Zuwanderung.

Vertrauen und Zuversicht in die EU

Das Vertrauen in die EU ist in 20 Mitgliedsstaaten gestiegen und somit weiterhin größer als in nationale Regierungen und Parlamente. Diese Zustimmungswerte (zwischen 72% und 51%) gelten in mehr als 20 Mitgliedsstaaten, Deutschland liegt mit nur 48% darunter. In 23 Mitgliedsstaaten nahm der Anteil der Befragten, die ein positives Bild von der EU haben, seit Herbst 2018 auf 45% zu. Dagegen haben 37% ein neutrales Bild von der EU und nur weniger als ein Fünftel sehen sie negativ, deutlich weniger als vor 10 Jahren.

Hinsichtlich der Zukunft der Europäischen Union ist die Mehrheit der Europäer und Europäerinnen zuversichtlich. Der Optimismus ist am wenigsten im Vereinten Königreich und Frankreich ausgeprägt, aber immer noch mit an die 50%. Wiederum über die Hälfte, nämlich 55% der Befragten geben an, dass sie mit der Art, wie die Demokratie in der EU funktioniert, zufrieden sind. Ebenso erfährt die Aussage, dass "Ihre Stimme in der EU zählt", mehrheitliche Zustimmung. In allen 28 Mitgliedsstaaten fühlen sich mehr als die Hälfte der Befragten als Bürger oder Bürgerin der EU. Die Freizügigkeit, dass sie überall in der EU leben, arbeiten, studieren und Geschäfte tätigen können, wird von mehr als zwei Drittel der Befragten hoch eingeschätzt.

Wichtige Anliegen auf EU- und nationaler Ebene

EU-weit liegt die Unterstützung für den Euro weiterhin bei etwa 62 %, wobei inzwischen mehr als drei Viertel der Befragten im Euro-Währungsgebiet (76 %) die einheitliche EU-Währung befürworten. Die Mehrheit der Umfrageteilnehmer in 17 Mitgliedstaaten schätzt die nationale Wirtschaftslage als "gut" ein. Insgesamt wird der Zustand der nationalen Volkswirtschaften mehrheitlich als positiv empfunden.

Klimawandel und Umwelt werden auf EU- wie auf nationaler Ebene zunehmend als problematisch empfunden. Zwar bereitet die Zuwanderung in die EU noch immer die meiste Sorge, aber der Klimawandel ist in das Bewusstsein der EU-Bevölkerung weit vorgerückt und mit einem starken Anstieg seit Herbst 2018 zum zweitwichtigsten Anliegen geworden. Im nationalen Rahmen erschient Umwelt ebenfalls zunehmend als problematisch, steht hier aber immer noch hinter den Bereichen "wirtschaftliche Lage", "Zustand der öffentlichen Finanzen der Mitgliedsstaaten" und "Terrorismus".

Auf nationaler Eben ist Arbeitslosigkeit das Hauptanliegen, ebenso der Bereich "steigende Preise, Inflation und Lebenshaltungskosten". Danach folgen Gesundheit und soziale Sicherheit noch vor Umwelt-, Klima- und Energiefragen, diese jedoch mit starkem Anstieg des Problembewusstseins. Die Zuwanderung gehört auf nationaler Ebene erstmals seit Frühjahr 2014 nicht mehr zu den Hauptsorgen, danach erst folgt schließlich die Einschätzung zur wirtschaftlichen Lage.

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