Donnerstag, 21.11.2019 01:17 Uhr

EU verlangt von Autoherstellern sicherere Fahrzeuge

Verantwortlicher Autor: Gerhard Rippert Brüssel, 10.11.2019, 20:04 Uhr
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Sicherere Autos in der EU
Sicherere Autos in der EU  Bild: pixaby - free use

Brüssel [ENA] Alle neuen Kraftfahrzeuge, die ab Mitte 2022 auf den EU-Markt gebracht werden, müssen mit modernen Sicherheitstechnologien ausgestattet sein. Damit wird ein Teil des Mobilitätspakets "Europa in Bewegung" umgesetzt mit dem ein sicheres, sauberes und automatisiertes System eingerichtet werden soll.

Nach der politischen Einigung mit dem Europäischen Parlament hat nun der Rat - unter dem Vorsitz Finnlands - konkret eine Verordnung vorgelegt, die zur allgemeinen Sicherheit von Kraftfahrzeugen insbesondere auf den Schutz der Fahrzeuginsassen und ungeschützter Verkehrsteilnehmer zielt. Timo Harakka, finnischer Minister für Arbeit erklärt dazu: "Diese neuen Vorschriften werden uns dabei helfen, die Zahl der Verkehrstoten und Schwerverletzten auf den Straßen der EU erheblich zu verringern. Durch sie wird auch die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Fahrzeughersteller auf dem Weltmarkt verbessert."

Erforderliche Sicherheitssysteme

Zehn Jahre nach dem Erlass der Vorgängerverordnung werden nun die besonderen Belange von ungeschützten Verkehrsteilnehmern, also Fußgänger und Radfahrer, eingegangen. So müssen alle Kraftfahrzeuge (vom LKW über Bus bis zum SUV) in Zukunft eine Reihe von Sicherheitsmerkmale aufweisen. Dazu gehört intelligente Anpassung der Geschwindigkeit, alkoholempfindliche Wegfahrsperren, Erkennung von Fahrer-Müdigkeit oder -Ablenkung, System zur Erkennung beim Rückwärtsfahren sowie Unfalldatenspeicher.

Über allgemeine Anforderungen und vorhandenen Systemen - wie Spurhaltewarnung und Notbremsassistenz - hinaus müssen zukünftig Busse und LKW so gebaut sein, dass die toten Winkel um das Fahrzeug herum erheblich verringert werden. Das sollen moderne Systeme leisten, die sich in unmittelbarer Nähe des Fahrzeugs aufhaltende Fußgänger und Radfahrer entdecken. Zudem werden noch für PKWs und Lieferwagen erweiterte Kopfaufprallschutzbereiche verlangt, mit denen bei einem Aufprall potenzielle Verletzungen von ungeschützten Verkehrsteilnehmern gemindert werden können.

Anpassungen in der Zukunft

Mit der nun vom Rat angenommenen Verordnung kann die EU-Kommission zukünftig spezifische Vorschriften für die Sicherheit von wasserstoffbetriebenen sowie selbstfahrenden Fahrzeugen erlassen. So etwa ist vorgesehen, dass die Kommission die oben genannten Spezifikationen stets aktualisieren muss, um den künftigen technischen Entwicklungen Rechnungen zu tragen. - Ob allerdings nur solche rein technische Maßnahmen für die Verkehrssicherheit genügen? Schließlich erscheint die individuelle Mobilität auf der Straße - auch bei autonomen Fahren - als viel zu komplex um nicht jeden Verkehrsteilnehmer selbst in Verantwortung und Pflicht zu nehmen.

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