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Straßen.NRW: Drohnen helfen bei Aufmaß, Dokumentation ..

Verantwortlicher Autor: Landesbetrieb Straßenbau NRW Recklinghausen/Münster, 30.07.2019, 15:44 Uhr
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Recklinghausen/Münster [ENA] Straßen.NRW: Drohnen helfen bei Aufmaß, Dokumentation und Blick in die Zukunft. Mit einem leisen Surren erhebt sich die Drohne in die Luft. Am Steuer des Quadrocopters: Straßen.NRW-Direktorin Elfriede Sauerwein-Braksiek. Sie will persönlich testen, was den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Vermessungsabteilung künftig die Arbeit erleichtert und wie die neue Technik zum Beispiel für die Kommunikation mit den

Bürgern genutzt werden kann. Ort des Geschehens: das Kreuz Recklinghausen. Seit 2014 wird hier gebaut, die A43 soll künftig sechsspurig das hohe Verkehrsaufkommen besser bewältigen. Das Bauende rund um das AK Recklinghausen wird im November dieses Jahres sein. Ein Blick von oben macht an dieser Stelle die Dimension des Vorhabens deutlich. Bevor hier die Autos und LKW mehr Platz bekommen, muss viel Boden bewegt werden. Wieviel tatsächlich am Ende von den Baggern ausgehoben oder aufgeschüttet worden ist, das kann Michael Quente mit Hilfe der Drohnen-Daten ermitteln. "Wir erstellen aus der Luft ein digitales Aufmaß.

Das ist nicht nur zu Dokumentationszwecken interessant, sondern hilft auch bei der Abrechnung", erklärt der Straßen.NRW-Vermessungsingenieur. - Baufortschritt dokumentieren - Carola Ziebs, Projektleiterin für den A43-Ausbau, und Straßen.NRW-Direktorin Elfriede Sauerwein-Braksiek schauen sich nach der Landung der Drohne interessiert noch einmal die Aufnahmen an. Vor allem bei Großbaustellen, die sich über viele Kilometer hinziehen und bei denen gleich mehrere Bauwerke ersetzt werden müssen, lässt sich mit den Luftbildern der Baufortschritt gut dokumentieren. "Wer die Abschnitte nur aus der Fußgänger-Perspektive wahrnimmt, sieht viele Details nicht", hofft Ziebs mit den Luftbildern auch auf Informationen zur Baustellenlogistik,

die für das nächste Projekt wertvoll sein könnten. Ortswechsel: Nur wenige hundert Meter weiter östlich lässt Michael Quente die Drohne noch einmal aufsteigen. Dieses Mal über einer nach der Trockenheit nicht mehr ganz so grünen Wiese, umrahmt von einem Wäldchen. Hier wächst Futter für die Giraffen und Zebras des Gelsenkirchener Zoos. Was das mit der Autobahn zu tun hat? Die rund fünf Hektar große Fläche gegenüber vom Tierheim Recklinghausen ist eine so genannte Ausgleichsfläche. Vor Beginn des Projekts "Neue A43" wurde das Areal als Ackerland gebraucht. Seit 2016 aber finden Spaziergänger hier eine artenreiche Glatthaferwiese mit regionalem Saatgut. Jeder Straßenausbau erfordert einen Ausgleich für die versiegelte Fläche.

Am Kreuz Recklinghausen liegt ein kleiner Teil dieser insgesamt 25 Hektar großen Ausgleichsfläche in direkter Nachbarschaft zur Baustelle. Von dem Natur-Projekt profitieren nicht nur die Zootiere, auch für heimische Arten wurde so ein Lebensraum geschaffen. "Vor allem für die Planung solcher Flächen ist der Drohneneinsatz hilfreich", erklärt Michael Quente den Nutzen der Technik. "Wir nutzen die Digitalisierung als Treiber für Prozesse und neue Verfahren bei der Planung, beim Bau und der Verwaltung unserer Infrastruktur", so Dr. Hendrik Schulte, Staatssekretär im Verkehrsministerium, der sich vor Ort ein Bild macht.

"Ich freue mich, dass Straßen.NRW jetzt in vielen Bereichen Drohnen einsetzt - auch in Sachen frühe Bürgerbeteiligung, die eine Herzensangelegenheit von uns ist." Visualisierung für Bürgerinformationen Denn die Bilder aus der Luft helfen Straßen.NRW auch beim Dialog mit Bürgerinnen und Bürgern. Dort, wo ein neues Projekt geplant wird, reicht die Vorstellungskraft oft nicht aus, die Dimensionen realistisch einzuschätzen. Wie nah rückt eine Straße an den eigenen Garten heran? Wie hoch wird eine Lärmschutzwand? Wie verändert sich das Landschaftsbild? Mit Hilfe der Drohnendaten lassen sich Wirklichkeit und planerische Ideen verschmelzen.

"Die Visualisierungen, die wir zum Beispiel bei Bürgerinformations-Messen zeigen, werden immer sehr interessiert aufgenommen", weiß die Straßen.NRW-Direktorin. "Vielen Anliegern können wir so die Angst vor einem neuen Projekt nehmen." Auf der anderen Seite lassen sich mit Hilfe der umfangreichen Daten auch Alternativen visuell darstellen. "Gerade bei der frühen Bürgerbeteiligung können wir so ein Meinungsbild abfragen, welche Variante die beste Akzeptanz findet", so Sauerwein-Braksiek.

- Hintergrund - * Michael Quente ist einer von fünf Straßen.NRW-Mitarbeitern, die inzwischen den Drohnen-Führerschein erworben haben. * Eingesetzt werden die Drohnen auch zur Dokumentation von Verkehrsdichten oder zur Zustandserfassung von Grundstücken und deren Immobilien. * Auch zur Unterstützung der Bauwerksprüfung nach DIN 1076 können Drohnen in besonderen Fällen eingesetzt werden. Beim Einsatz von Drohnen bei der Bauwerksprüfung kommt es darauf an, auch kleinste Schäden zu erkennen. In einem ersten Projekt an einer Talbrücke wird dies zurzeit von Straßen NRW getestet.

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